Sunset für Magento 1 – Next Level: Magento 2

Im November 2018 ist es soweit: Der End-of-Life (EoL) für Magento 1 steht bevor. Damit wird auch der Support für die Versionen 1.x von Magento unternehmensseitig eingestellt. Sicherheitsupdates, Patches und dergleichen sind dann nicht mehr über die offiziellen Kanäle beziehbar.

Diese Information kam für viele Unternehmen und Shopbetreiber überraschend und stellt diese vor neue Herausforderungen. Module und Erweiterungen können nicht ohne Aufwand migriert werden; gleiches gilt auch für eigene Templates und Designs.

Die dringlichste Frage wird damit also lauten: Mit welchen Aufwänden und Zeitspannen ist für den Wechsel auf Magento 2 zu rechnen und welche Vor- und Nachteile bringt ein Upgrade-Projekt mit sich?

Releasewechsel, Update oder Upgrade

Es sei vorangestellt dass Magento 2 keine Weiterentwicklung von Magento 1 ist. Die Architektur der beliebten Open- Source-E-Commerce-Plattform wurde in großen Teilen komplett überarbeitet. Ein simples Systemupdate, wie bei den Vorversionen ist damit nicht mehr möglich – Magento 2-Upgrades sind Plattformmigrations-Projekte.

Neue Systemarchitektur

Die neue Version wurde modular aufgebaut. So sind die verschiedenen Schichten nun logisch voneinander getrennt. 

Der neu eingeführte Service Layer entkoppelt das Benutzer Interface von der Business Logik. Damit wird im Vergleich zu Magento 1 eine stark vereinfachte und flexible Anpassung möglich. Dazu zählen individuelle Funktionalitäten, Mobile Apps und Landingpages.

Die Integration der Magento Business Logik in externe Webapplikationen ist ebenfalls möglich. Dies wird durch eine stabile und sehr performante Webservice API (SOAP und REST) ermöglicht. Damit folgt Magento dem aktuellen Trend der Service-Orientierten Architektur (SOA), die sich weg von monilitischen Systemen hin zu Microservices in einem Omni-Channel-Ökosystem bewegt. 

Internationaler Marketplace auf Magento2-Basis

Zusammen mit dem Crytek Development-Team erneuerte comwrap die bestehende Web-Infrastruktur des bekannten Spieleentwicklers, um diese für die Herausforderungen der Zukunft zu wappnen. Der Auftrag war ambitioniert: innerhalb von nur fünf Monaten sollte ein internationaler Marketplace auf Basis von Magento 2 zur Vermarktung von SaaS-Lizenzen für die CryEngine nebst Bereitstellung einer DRM-API sowie die Anbindung an acht weitere Fremdsysteme erfolgen.

Case-Study Crytek

Mehr Performance = mehr Umsatz

Jeder Shopbetreiber, der Magento 1.x einsetzt kennt das Problem: Magento ist ressourcenhungrig und benötigt starke Hardware – vor allem dann, wenn es nicht auf einem optimierten Hosting betrieben wird. Trägen Reaktions- bzw. Ladezeiten bei Homepage, Kategorieansichten oder dem Hinzufügen eines Artikels in den Warenkorb sind die Folge gewesen. 

Wir sagen bewusst "gewesen", denn durch die neue Architektur und einem bereits in der Community Edition integrierten Fullpage-Cache bietet Magento 2 eine hervorragende Performance. Die Start-, Kategorie- und Produktseiten werden im Durchschnitt um bis zu 50 Prozent schneller ausgeliefert als bei Shops auf Basis von Magento 1. Im Ergebnis kann bei gleichem Hardware-Setup eine Performancesteigerung bei Bestellprozessen von knapp 30% (Orders per hour) und dem Ablegen von Produkten in den Warenkorb von 66% verzeichnet werden. Die kürzeren Reaktionszeiten sorgen für eine spürbare verbesserte User- und Shopping-Experience.

Cloud Architektur in der Enterprise Edition

Mit der neuen Version von Magento in der Enterprise Edition ist endlich auf eine echte Kompatibilität für eine Cloud-Architektur gegeben. Die Skalierungsprobleme von Magento 1 durch den Einsatz einer einzigen MySQL-Datenbank im Master-/Slave-Betrieb gehören damit der Vergangenheit an.

Die Magento 2 Enterprise Edition bietet nun die Möglichkeit, die Datenbankmaster für den Checkout, den Katalog, die Bestelldaten und die Kundendaten voneinander zu trennen. Updates von riesigen Produktkatalogen (1+ Mio.) hat jetzt keinen Einfluss mehr auf die Geschwindigkeit der Bestellabwicklung, da diese auf unterschiedlichen Datenbankservern laufen können.

Damit sind der Skalierung kaum Grenzen gesetzt, was Magento 2 für den Einsatz bei professionellen internationalen Handelsplattformen präsdestiniert.

Unser Fazit

Mit der Einführung von Magento 2008 hat dieses System zu heute einen Stand, der fast 10 Jahre alt ist. In dieser Zeit hat sich viel geändert: angefangen von der Art eine Software zu entwickeln über die die eingesetzten Technologien bis zu der Erfahrung mit Anforderungen von Kunden und Händlern oder der Notwendigkeit, Software in einer Cloudarchitektur zu skalieren. 

Insofern war es höchste Zeit, dass das weltweit erfolgreichste Enterprise-E-Commerce-System mit Version 2 eine Runderneuerung erfahren hat, die auf die Zukunft ausgerichtet ist.

Wie eingangs beschrieben ist da Upgrade auf Magento 2 jedoch keine Copy/Paste_Aufgabe, sondern eine Plattform-Migration, für die neben den Kunden- und Bestelldaten keine automatisierte Upgrade-Option existiert.

Auch und vor Allem vor dem Hintergrund, dass sowohl das Frontend als auch die Software-Architektur komplett überarbeitet wurden macht es wenig Sinn, Legacy Code im Template oder den kundenindividuellen Erweiterungen mitzunehmen. Vielmehr sollte das Upgrade auf Magento 2 dazu genutzt werden kritisch zu überprüfen, welche der individuell entwickelten Anforderungen sinnvoll umgesetzt sind und was gegebenenfalls vereinfacht oder sogar verworfen werden kann. Gleiches gilt für die Magento 1 Themes, denen - sofern bereits responsive umgesetzt - in aller Regel ein Facelift gut zu Gesicht stehen würde.

Für alle Händler, die noch in 2015 mit einem brandneuen Magento 1 Shop an den Markt gegangen sind besteht dennoch kein Grund zum Aktionismus oder zur vorzeitigen Abschreibung des neuen Online Shops: Für Magento 1 wird es in jedem Fall noch bis mindestens Ende 2018 Security Patch Support geben, so dass der Lebenszyklus der Software noch bis zum geplanten Ende mitgenommen werden kann.

Je nach Situation kann es aber heute schon sinnvoll sein, den Wechsel ins Auge zu fassen, da zum End-of-Life die Anzahl der Magento 2-Migrationsprojekte 2018 sehr wahrscheinlich stark zunimmt und professionelle Dienstleister über Monate hinweg ausgebucht sein könnten. 

Sie überlegen zu upgraden, wissen aber noch nicht wie und wann?
Wir beraten Sie gerne!

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